www.viagensnotempo.com

Português | Español | Français | English | Italiano | Deutsch
Von 1064 bis 1383  |  Von 1383 bis 1557  |  Von 1557 bis 1910
Alfons I. (Alfonso I. Henriques)  |  Gualdim Pais  |  Dionysius von Portugal (Dom Dinis)
Kreuzritterburg von Tomar  |  Wasserburg von Almourol  |  Burg von Ourem

Alfons I. von Portugal (Alfonso I. Henriques)

Por Tuo Gral
König Alfons I., der Eroberer

Alfonso I. Henriques

(Guimaraes gegen 1110 - Coimbra 1185)

Graf von Lusitanien (1112-1139), König von Portugal (1139-1185), erstes Landesoberhaupt aus der Dynastie des Herrscherhauses Burgund, Sohn von Heinrich von Burgund, Abkömmling einer Seitenlinie des Königshauses der Kapetinger und Vater von Sancho I. von Portugal, seinem Thronfolger.


Abstammung

Am Ende des XI. Jhdts. steht die iberische Politik unter dem Einfluss der Reconquista: Die Vertreibung der Mauren, die Auflösung des Maurenstaates, der das Kalifat von Cordoba abgelöst hat. Da die militärische Aristokratie vollständig von den Kreuzzügen eingenommen wird, wendet sich Alfons VI. von Kastilien an den französischen Adel zur Unterstützung im Kampf gegen die Mauren. Als Gegenleistung verspricht Alfons VI. einigen Befehlshabern die Hand seiner Töchter, den anderen bedeutende königliche Privilegien.

Somit wird die Thronfolgerin Urraca von Kastilien die Gemahlin von Raymond von Burgund, dem zweiten Sohn des Herzogs von Burgund. Ihre Halbschwester, Prinzessin Theresia von Leon, uneheliche Tochter Alfons VI., wird mit Heinrich von Burgund vermählt, dem Onkel Raymonds.
Durch diese Verbindung wird Heinrich zum Grafen von Portugal, einer schwer zu verwaltenden Region im Norden Kastiliens, die regelmäßig Ziel der Angriffe und Vorstöße der Mauren ist. Aus dieser Ehe geht Alfonso Henriques hervor (Henriques bedeutet "Sohn des Heinrich").

Leben

Der Vater von Alfonso Henriques, Heinrich von Burgund, stirbt, als Alfonso Henriques drei Jahre alt ist. Damit erbt Alfonso Henriques von Burgund die Grafschaft Portugal über seine Mutter, Tochter des Königshauses Kastilien. Das Herzogtum Burgund fällt ihm hingegen nicht zu, da sein Vater dieses als zweiter in der Erbfolge nicht erhalten hatte.

1146 heiratet Alfonso Henriques Mathilde von Savoyen. Der Erbanspruch auf die Grafschaft wird ihm von seiner Mutter, Theresia von Leon, streitig gemacht, da diese die Grafschaft Portugal im Besitz des Hauses Leon und unter der Lehnsherrschaft der Königsfamilie von Kastilien bewahren möchte, die ihr trotz ihres Status als uneheliche Tochter die lehnsabhängige Grafschaft zugesprochen hatte.

Nach salischem Erbfolgerecht jedoch konnte weder seine Mutter als uneheliche Tochter noch Alfonso Henriques selbst (als Abkömmling des Hauses von Burgund, der nur durch eine eheliche Verbindung in den Besitz der Grafschaft gelangt war) in den Schoß der einen oder anderen Familie zurückkehren (dies wurde lange Zeit vom Königshaus Kastilien angefochten, selbst noch nach der Unabhängigkeit Portugals).

Alfonso Henriques von Burgund, Graf von Portugal, wird erster König von Portugal, das seine Unabhängigkeit gegenüber den Machtansprüchen der Königshäuser Leon und Kastilien erwirkt. Alfons I. von Portugal wird am 26. Juli 1139 zum König ausgerufen und macht sich während seiner Herrschaft einen Namen als "Alfons der Eroberer", da er das Königreich erweitert und gegen die Mauren verteidigt und die Unabhängigkeit Portugals von Kastilien erlangt. Aus der Ehe mit Mathilde von Savoyen gehen sieben Kinder hervor, darunter Sancho I. von Portugal, sein Nachfolger auf dem Thron. Alfons I. stirbt am 6. Dezember 1185 in Coimbra.

Taten und Errungenschaften

Nach seiner Geburt in Coimbra wird Alfonso Henriques wahrscheinlich in Guimarães aufgezogen, wo er bis 1128 lebt. In diesem Jahr widersetzt er sich unter der Leitung des Erzbischofs von Braga in politischer Hinsicht seiner Mutter, die die Partei der Tavas unterstützt, eine Familie, der ihr Liebhaber angehört. Der Erzbischof sieht sich zur Emigration gezwungen und nimmt den Infanten mit sich. 1122 wird Alfonso Henriques zum Ritter geschlagen. Nach dem Ende der Unruhen kehrt Alfonso Henriques in die Grafschaft Portugal zurück.

In der Zwischenzeit führen einige Vorfälle zur Invasion der Grafschaft durch König Alfons VII. von Kastilien, der 1127 Guimarães belagert, wo sich Alfonso Henriques aufhält, um seine Ansprüche auf die Grafschaft Portugal, die der Lehnshoheit Kastiliens untersteht, geltend zu machen. Alfons VII. wird bei dieser Aktion von seiner unehelichen Halbschwester unterstützt, die die Vererbung des Grafentitels anfechtet und verlangt, dass die Grafschaft im Besitz der Königsfamilien von Leon und Kastilien verbleibt.

Da er von Alfonso Henriques den Treueschwur erhält, sieht Alfons VII. von der Eroberung der Stadt ab. Einige Monate später jedoch, im Jahr 1128, stehen die königlichen Truppen unter der Führung von Theresia von Leon der Armee ihres Sohnes Alfonso Henriques von Burgund, Graf von Portugal, gegenüber. Letzterer gewinnt die Schlacht und bekräftigt damit seinen Herrschaftsanspruch auf die portugiesische Region, deren Regierung er antritt.

Der Graf setzt daraufhin alles daran, vom Heiligen Stuhl die vollständige Unabhängigkeit von der Kirche Portugals sowie die Anerkennung seiner Unabhängigkeit vom König von Kastilien zu erwirken. Nach seinem triumphalen Sieg gegen die Mauren in der Schlacht von Ourique im Jahr 1139 wird Alfonso Henriques von seinen Heerscharen zum ersten König Portugals ausgerufen.

Im darauffolgenden Jahr bekundet er wiederholt seinen Anspruch auf den südlichen Teil Galiciens. Die Reaktion Alfons VII. von Kastilien lässt nicht lange auf sich warten und so stehen sich die zwei Armeen in Arcos de Valdevez gegenüber. Der Streit wird in einem Ritterturnier beigelegt, aus dem die Ritter Portugals siegreich hervorgehen.

In Übereinstimmung mit der Tradition wird die Unabhängigkeit später von den Cortes in Lamego bestätigt, nachdem dem König vom Erzbischof von Braganz als Nachfahre der westgotischen Könige die Krone Portugals aus Gold und Edelsteinen überreicht wurde (neuere Forschungen lassen allerdings Zweifel an einer Zusammenkunft der Cortes aufkommen). Die Anerkennung der Unabhängigkeit durch die Königsfamilie Kastiliens erfolgt 1143. Sie sei darauf zurückzuführen, dass Alfons VII. die Ambition hegte, Kaiser der gesamten iberischen Halbinsel zu werden. Dazu benötigte er Könige in Leon und Portugal als seine Vasallen.

Alfons I. von Portugal unternimmt etliche Anstrengungen, um die Unabhängigkeit seines Landes zu stärken. Er spendet der Kirche beträchtliche Summen und gründet verschiedene Konvente. Er versucht, den Mauren im Süden Land zu entreißen, und nimmt 1146 Santarem ein, 1147 gelingt ihm die Eroberung Lissabons. In den von den Arabern zurückeroberten, entvölkerten Gebieten siedelt er Untertanen an und fordert die militärischen Mönchsorden auf, wie die Templer und Hospitaliter, sich entlang der Grenzen als Verteidiger gegen die Mauren niederzulassen. 1179 wird Portugal von Papst Alexander III. durch seine Bulle Manifestus probatum als unabhängiges Land anerkannt. Die Kirche behält die Lehnshoheit und erhält Tributzahlungen.

Königlisches Siegel von Alfonso I. Henriques

Das geheimnisvolle Siegel von Alfonso I. Henriques

Das erste königliche Siegel von Alfons I. scheint eine Nachricht an die Tempelritter zu enthalten. Die Anordnung der Buchstaben des Wortes "Portugal" lässt ein Untergliederung in "Por Tuo Gral" zu:

  • Folgt man der vertikalen Linie des Kreuzes von oben nach unten, so kann man POR lesen. POR bedeutet "für", "durch" oder "von" auf Portugiesisch.
  • Im oberen Teil des Siegels bilden drei Buchstaben das Dreieck TUO. Eine logische Übersetzung wäre "dein", aber auch THUOT oder THôT ("mein Name") wäre möglich, da im Portugiesischen kein H nach einem T bzw. kein T am Ende eines Wortes platziert werden darf.
  • Im unteren Teil des Siegels kann man GRAL lesen, wenn man das etwas abgesetzte R einbezieht. Auch hier wieder liegt eine Doppelbedeutung vor: "Mörser" (GRAL), d. h. das Gefäß, in dem Zutaten zerstampft werden, oder der berühmte GRAAL, der Kelch, in dem das Blut Jesu aufgefangen wurde. In beiden Fällen handelt es sich um ein Gefäß.

Ein anderes, bekannteres Siegel des Königs zeigt dieselbe Untergliederung des Wortes PORTUGAL in drei Teile: POR TU G[R]AL, wieder unter Rückgriff auf das berühmte Templerkreuz - dieses Siegel wurde von Portugal übrigens zur Abbildung auf den 1-, 2- und 5-Cent-Münzen ausgewählt.

Wenn man an die Vorliebe der Tempelritter für codierte Nachrichten denkt, so erscheint es durchaus möglich, dass König Alfonso I. Henriques auf dieses Mittel zurückgegriffen hat, um den Namen seines Königreiches in eine ihm wichtige Devise umzubilden: POR TUO GRAL! Für deinen Graal!


 

© 2006 www.viagensnotempo.com | Kontakt | Anfang