Gualdim Pais
(Braga 1118 - Tomar 1195)
D. Gualdim Pais (lateinisch auch Gaudinus, Galdinus oder Gualdinus), von 1157 bis 1195 Großmeister des Ordens der Tempelritter in Portugal, Gründer der Kreuzritterburg in Tomar.
Leben
Gualdim Paris wird 1118 als Sohn von Paio Ramires und Gontrode Soares in der Gegend um Minho im Norden von Braga geboren.
Nach seiner Erziehung im Kloster Santa Cruz in Coimbra findet man ihn sehr früh im Dienst des zukünftigen Königs, Alfonso Henriques, dem er mit seinen Waffenbrüdern, den Rittern Mem Remires und Martin Monis, in allen Schlachten zur Seite steht, die es im Hinblick auf die Rückeroberung des Königreichs gegen die Mauren auszutragen gilt. Er zeichnet sich bei der Eroberung von Santarem im Jahr 1147 sowie bei derjenigen Lissabons im Jahr 1149 aus, bevor er sich nach Palästina einschifft, wo er an der Besetzung von Gaza 1153 teilnimmt.
Sein heldenhaftes Auftreten und seine Leistungen als Krieger und Heeresführer tragen das ihre zu seinem Ruhm bei, den er sich allein durch seine beeindruckenden Talente als Kämpfer und Organisator erwerben konnte. Der Aufenthalt im Osten bildet den Höhepunkt einer bereits glorreichen militärischen Karriere. Deshalb ist er sich bei seiner Rückkehr aus dem Kreuzzug seiner nächsten Aufgabe sicher. 1157 wird er zum vierten Großmeister des Templerordens in Portugal ernannt, der seinen Sitz zu dieser Zeit in Braga hat.
Die Vision des Hl. Bernhard von Clairvaux
Einige Jahre zuvor, als Alfonso Henriques sich gerade auf die berühmte Schlacht von Santarem vorbereitet, erzählt der Hl. Bernhard Gualdim Pais, dass ihm im Traum die Heilige Muttergottes erschienen sei und ihm den Sieg des Königs angekündigt habe.
Der König leistet daraufhin den Schwur, in Clairvaux alle erforderlichen Ländereien und Subsidien für den Bau einer großen Abtei bereitzustellen, wenn er diese entscheidende Schlacht gewinnen sollte. Nach seinem Sieg hält der König sein Versprechen. Der Hl. Bernhard begibt sich in Begleitung von fünf Architektenmönchen nach Alcobaça, um das benötigte Land abzustecken. Der König selbst legt den ersten Stein für die Fundamente des Baus.
Die Gründung eines Klosters unweit des Kriegsschauplatzes macht jedoch umfassenden militärischen Schutz erforderlich, mit dem der König die Tempelritter beauftragt, die bereits über mehrere Burgen in der Gegend verfügen. Als Dank erhält der Templerorden vom König den gesamten Landbesitz zwischen Santarem und Tomar. Gualdim Pais wird mit der Organisation eines Verteidungsrings beauftragt, der nicht nur die Ländereien in Clairvaux, sondern gleichzeitig auch die portugiesischen Grenzen vor den Übergriffen der Araber schützen soll.
1160 leitet Gualdim Pais den Bau des Christuskonvents und der Burg in Tomar, die von den Templern in Portugal zu ihrem Hauptquartier gemacht wird. Der Orden lässt sich im Jahr 1162 dort nieder. Pais fungiert ebenfalls als Wegbereiter für den Bau der Burgen in Almourol, Idanha, Ceres, Castelo Branco, Monsanto und Pombal. 1174 lässt er sich in Pombal nieder.
Im Jahr 1190 wird Tomar von den Almoraviden unter der Führung des Königs von Marokko, Jusuf I., belagert, Gualdim Pais gelingt es jedoch, die Burg gegen die überlegene Streitmacht zu verteidigen und damit die Invasion des Nordens des Königreichs durch diese Armee zu verhindern.
Er stirbt in Tomar im Verlauf des Jahres 1195 (1233 der Spanischen Ära). Seine Überreste ruhen in der Kirche Santa Maria do Olival in Tomar, wo ein Grabstein in einer Nische darauf verweist, dass hier die Asche des Ritters begraben ist.
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Durch seine Charakterstärke, seinen Heldentum, sein unermüdliches Engagement im Kampf, seine Bauten zeigt sich Gualdim Pais als perfekte Verkörperung der Ideale der Tempelritter, deren Andenken auf portugiesischem Boden heute noch in Ehren gehalten wird. Es scheint sogar, als wäre er der ideale Initiierte, der in weiser Vorkenntnis an der Zukunft seines Landes arbeitet, sodass seine Nachfolger nur noch das von ihm begonnene Werk zu Ende zu führen brauchen.
Niederlassung des Templerordens in Portugal
Kaum zwei Monate vor dem Erscheinen des Gründers des Templerordens vor dem Konzil in Troyes - das eine fundamentale Rolle für die Anerkennung und die Entwicklung des Ordens spielen sollte - erhält eines der Ordensmitglieder eine erste beträchtliche Schenkung in Portugal. Am 19. März 1128 überlässt Königin Theresia, Witwe des Grafen Heinrich und Vormund ihres Sohnes Alfons, dem Templerorden die Burg von Soure und die dazugehörigen Ländereien. Bald folgen weitere Schenkungen. Zwischen 1128 und 1130 kommt der Templerorden in den Gesamt- oder Teilbesitz von 19 Immobilien, darunter mehrere Landbesitze. Im Juni 1145 vermachen Sancha, die Tochter eben dieser Königin, und ihr Gemahl den Templern die Burg von Longrovia in der portugiesischen Region Estremadura sowie die zahlreichen, der Burg unterstellten Güter in der Metropole Braga. In dieser Stadt überlässt der Erzbischof Johann dem Orden im gleichen Jahr noch ein Haus, ein Krankenhaus für die Pilger sowie die Hälfte der klerikalen Einkünfte in der Stadt, einschließlich des Zehnten. Parallel dazu betreiben die Templer eine aktive Politik des Erwerbs, unterstützt durch die Frömmigkeit der Gläubigen und deren regelmäßige und meist äußerst wertvolle testamentarische Spenden und Schenkungen.
Ab 1143 permanente Präsenz der Templer in Portugal
Die ersten Anzeichen einer permanenten Präsenz des Templerordens im Königreich lassen sich ab 1143 feststellen, ab dem Jahr also, als der französische Templer Hugo von Martone zum Bevollmächtigten des Ordens in Portugal ernannt wird. Im darauffolgenden Jahr unterliegt die Garnison der Templer aus der Burg von Soure im Kampf gegen maurische Truppen aus Santarem. 1147 erhalten die Templer ihre Revanche durch die Teilnahme an der Rückeroberung dieser Stadt. Als Gegenleistung für seine Dienste erhält der Orden vom König das Recht, alle religiösen Abgaben in Santarem für sich zu beanspruchen.
Gegen Ende der 1150er Jahre beginnt für den Orden unter dem Vorsitz von Gualdim Pais, dem vierten Großmeister der Templer im portugiesischen Königreich, ein phänomenales Wachstum. In diesem Jahrzehnt erhalten die Templer vom König einen bedeutenden Agrarbesitz am Zusammenfluss von Nabao und Zezere. Sie nehmen den Bau der Kreuzritterburg in Tomar in Angriff, die zunächst dem Templerorden in Portugal und später auch seinem Nachfolgeorden, den Christusrittern, als Hauptsitz dienen wird. Ein Jahrzehnt später fordert der König im Rahmen einer umfangreichen Landschenkung südlich des Tejo, die allerdings niemals in die Tat umgesetzt wird, dass die Einkünfte des Ordens ausschließlich innerhalb des Königreichs verwendet werden sollen, und insbesondere im Hinblick auf die Fortführung der Reconquista.






